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Thomas Adams
Thomas Adams (* 1818 in New York; † 1905) gilt als Vater des Kaugummis. Der Erfinder verkaufte statt der bis dahin auf dem Markt existierenden Kaugummikugeln aus Paraffinwachs das Kaugummi in Streifen, basierend auf dem getrockneten Saft des Sapotillbaumes (chicle). Ausschlaggebend war sein Kontakt mit dem mexikanischen General und mehrmaligen Staatspräsidenten von Mexiko, Antonio López de Santa Anna.

Adams versuchte sich zuvor in verschiedenen Handelsgeschäften, betätigte sich auch als Glashändler und wurde in den 1860er Jahren Fotograf. Santa Anna hielt sich zeitweise im Exil auf Staten Island in New York auf. Hier traf er mit Thomas Adams zusammen. Er gab Adams Chicle, ein Baumharz aus dem Saft des Sapotillbaumes, das seit Jahrhunderten von mittelamerikanischen Indianern verwendet wird. Santa Anna schlug dem erfinderischen Fotografen vor, mit Chicle als Kautschukersatz zu hantieren. Adams kaufte Santa Anna einen Teil seines importierten Vorrats ab und ging ans Werk.

Adams glaubte, eine Möglichkeit zur Verbesserung synthetischen Gummis zu haben und begann mit entsprechenden Experimenten (z.B. mit Vulkanisieren) für Spielzeug, Masken, Gummistiefel und Fahrradreifen, die jedoch allesamt scheiterten. Er war drauf und dran, den Rest Chicle enttäuscht von den vielen Fehlversuchen in den East River zu werfen. Eines Tages hörte er dann beim Einkauf in der Drogerie an der Ecke, wie ein kleines Mädchen für einen Penny Kaugummi verlangte.

In ihm reifte die Erkenntnis, dass das Beste an Chicle vielleicht doch, wie von Santa Anna gehört, das Kauen sei - und er steckte sich 1869 das erste Stück in den Mund. Es schmeckte ihm und war auch gut zu kauen. Adams entschied sich, den Stoff als Ersatz für aromatisches Bienenwachs zu verwenden, das den damaligen Kaugummikugeln Geschmack verlieh.

Er setzte sein restliches Vermögen für diese Idee ein und produzierte Kaugummi in kleinen Streifen, eingewickelt in buntes Papier. Die erste Substanz war für den amerikanischen Geschmack zu hart und musste daher weicher gemacht werden. Im Februar 1871 kauften die New Yorker seinen geschmacklosen Adams’ New York Gum No. 1 massenhaft, das Stück zu einem Penny in den Drogerien. Adams experimentierte weiter und gab dem Saft des Sapodilla-Baumes Zucker, Vanillin, Pfefferminzöl und andere ätherische Öle zu, bis er das richtige Mischungsverhältnis zustande gebracht hatte. Er errichtete gemeinsam mit seinen beiden Söhnen eine Kaugummifabrik. Im selben Jahr erhielt er ein Patent für seine Maschine zur Herstellung von Kaugummi in Streifen, dessen wesentlicher Bestandteil Chicle war.

Adams machte weiter Versuche zur Geschmacksverbesserung des Produkts und brachte dann „Black Jack“, einen Kaugummi mit Lakritzgeschmack, auf den Markt. Diese Sorte verkaufte sich fast ein Jahrhundert lang.

1888 war Adams´ Kaugummi „Tutti-Frutti“ erstmals aus Verkaufsautomaten erhältlich, die in New Yorker U-Bahn-Stationen platziert wurden.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war sein Unternehmen die prosperierendste Kaugummifabrik in den Staaten. 1899 schlossen sich die sechs größten und bekanntesten Firmen der USA und Kanadas, darunter jene von Adams, zu einem Monopol, der „American Chicle Company“, zusammen, um Kaugummi unter dem Markennamen „Chiclets“ zu produzieren. Adams wurde erster Vorstandsvorsitzender („Chairman of the Board“). Diese Firma wurde 1962 Teil des Chemieunternehmens Warner-Lambert und ging danach im britischen Cadbury Schweppes-Konzern auf.
 
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